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Wozu überhaupt ein Index?
Was sind die Faktoren für professionelle Register?
Wie kann der Zeitfaktor besser genutzt werden?
Autoren und Registererstellung?
Was ist bei der Zusammenarbeit mit Indexern zu berücksichtigen?
 
 

Wozu überhaupt ein Index?

Der Index ermöglicht den Zugang zu spezifischen Informationen einer Informationsquelle und sollte für die meisten Sach- und Fachpublikationen selbstverständlich sein.

  • Ein gutes Register ist ein value-added Faktor, der den Gebrauchswert und das Ansehen einer Publikation ganz entscheidend erhöht.
  • Viele Leser bzw. potentielle Käufer schlagen zuerst den Index auf, um zu überprüfen, ob bestimmte Themen in einer Publikation vorhanden sind.
  • Ein guter Index führt zur Zufriedenheit der Leser und Nutzer, d. h. der Kunden. Ein schlechter Index vergrault dagegen die Kunden und stellt ein Hindernis bei der Informationsfindung dar. Ein nicht vorhandener Index ignoriert gar die Informationsbedürfnisse der Kunden und spart an der falschen Stelle.
  • Verleger und Autoren, die Register einen hohen Stellenwert einräumen, fördern ihr gutes Image.
  • Ein gutes Register ist eine hervorragende, oft nicht genutzte Marketing- und Werbe-Möglichkeit, z. B. durch Veröffentlichung des Indexes im Internet (Verleger-Websites, Amazon), durch positive Erwähnung in Rezensionen oder durch Hinweis auf den (guten!) Index, damit Kunden ähnliche Publikationen ohne Register vermeiden können.
  • Verlage, die international in englischer Sprache publizieren (z. B. Naturwissenschaften, Medizin) kommen nicht um Register herum, und diese Register sollten darüber hinaus auch dem hohen angloamerikanischen Indexing-Standard folgen.
  • Publikationen mit Register werden insbesondere von Bibliotheken bevorzugt angeschafft.
  • Bei Suchmaschinen-Projekten, die mit ganzen Buchinhalten verknüpft werden, ist der Zugriff auf die Register-Seiten ein besonders nützlicher Effekt.

Siehe außerdem interessante Zitate zu Registern.

 

Was sind die Faktoren für professionelle Register?

Zweifellos ist die eingesetzte Technologie ein sehr wichtiger Faktor. Aber die teuerste Software allein garantiert kein professionelles Register, wenn die Art der Präsentation und vor allem die index-methodischen Aspekte, deren Zweck in der Auffindbarkeit der Themen liegt, vernachlässigt werden.

Eine korrekt durchgeführte Registererstellung entspricht dem (bedeutungsklärenden) Zuteilungsindexieren, nicht aber dem (interpretationslosen) Extraktionsindexieren, wobei die eingesetzte Software das Zuteilungsindexieren nicht nur ermöglichen, sondern auch unterstützen sollte. Unter „Was ist Indexing?“ finden sich einige weitere Erläuterungen hierzu.

 

Wie kann der Zeitfaktor besser genutzt werden?

Hier sind einige Optionen aufgelistet, die eine effiziente Nutzung der für die Registererstellung vorhandenen Zeit ermöglichen.

  • Die große Mehrheit der professionellen Indexer im anglo-amerikanischen Bereich arbeitet mit Dedicated Indexing Software, die im Vergleich zu Embedded Indexing Software oder gar der klassischen Karteikarten-Methode eine wesentlich effizientere und schnellere Registererstellung ermöglicht.
  • Der Einsatz einer Datenbank kann einen frühzeitigen Beginn der Registerarbeit ohne feste Seitenzahlen erlauben.
  • Bei bestimmten Projekten könnte z. B. mit Sektions- oder gar Absatz-Nummern statt Seitenzahlen gearbeitet werden. Eine derartige Einteilung ermöglicht einen frühen Beginn der Registerarbeit noch vor Festlegung des Seitenumbruchs.
  • Eine nachträgliche (und damit vom Zeitdruck befreite) Index-Erstellung bietet sich für Publikationen an, die ohne oder nur mit ungenügendem Register erschienen sind. Die nachträglich erstellten Register könnten in elektronischer Form (z. B. online) zur Verfügung gestellt werden.
 

Autoren und Registererstellung?

Autoren, die an einem guten Register interessiert sind, sollten selbstkritisch folgende Fragen durchgehen, bevor sie selbst ein Register-Projekt ernsthaft beginnen.

  • Habe ich überhaupt Interesse und Geduld, mich näher mit Registererstellung zu beschäftigen?
  • Bin ich nach dem Verfassen meines Werkes nicht zu erschöpft, um mich auch noch um die Erstellung eines guten Registers zu kümmern?
  • Wieviel Zeitaufwand kostet mich eine gute Indexerstellung und kann ich den vom Verleger vorgegebenen Zeitrahmen einhalten?
  • Ist mir klar, dass das Erstellen eines Registers ein komplett anderer Denkprozess ist als das Verfassen eines Textes?
  • Bin ich womöglich „zu nah“ an meinem eigenen Thema und weiß nicht, wie ich die Registerarbeit sinnvoll durchführen soll?
  • Kenne ich die Informationsbedürfnisse der zukünftigen Leser und Nutzer aus der Sicht der Registererstellung?
  • Ist mir bekannt, dass das Indexieren nicht nur aus dem Anstreichen und Abtippen von Textwörtern besteht?
  • Kenne ich den Unterschied zwischen einer Konkordanz und einem Index?
  • Sind mir die detailreichen Richtlinien moderner Style Guides bekannt?
  • Kenne ich mich mit Aufbau und Gestaltung von Indexeinträgen aus?
  • Kenne ich die einzelnen Schritte der Kernaspekte des Indexierens, nämlich die der Inhaltserschließung?
  • Kenne ich mich mit den einzelnen Begriffsarten aus und wie diese im Register zu behandeln sind?
  • Kenne ich mich mit den einzelnen Verweisungsarten aus, wann setze ich sie ein, und wie behalte ich dabei den Überblick?
  • Bin ich in der Lage, konsistent zu indexieren, sowohl was die mechanischen als auch die intellektuellen Aspekte betrifft?
  • Habe ich ein effektives Tool (Indexing-Software) zur Erstellung eines guten Registers zur Verfügung und kann ich es bedienen?
  • Ist mir bekannt, dass es Profis gibt, die die zahlreichen Aspekte des Indexing als Service anbieten?
  • Erfülle ich (fast) alle genannten Punkte? Dann ist das DNI an Ihrer Mitgliedschaft interessiert!

The Chicago Manual of Style (2003, S. 756) erläutert: “… not all [authors] can look at their work through the eyes of a potential reader. Nor do many authors have the technical skills, let alone the time, necessary to prepare a good index that meets the publisher’s deadline. Some authors produce excellent indexes. Others would do better to enlist the aid of a professional indexer.”

Auch Wellisch (1995, S. 33) empfiehlt mit Blick auf Verleger und Autoren: “… writing a book and indexing it are two quite different skills, and rare is the person who has mastered both.”

 

Was ist bei der Zusammenarbeit mit Indexern zu berücksichtigen?

Ein Index-Projekt läuft umso vorteilhafter für alle Beteiligten ab, je besser die Zusammenarbeit zwischen Autor, Verlagsmitarbeiter und Indexer gestaltet ist. Selbstverständlich haben Indexer ein großes Interesse an guter Zusammenarbeit. Neben der Klärung grundsätzlicher Punkte, wie angemessener Zeitrahmen und – insbesondere für Buchregister – vorhandene Seitenzahl des Index-Projektes, spielen folgende Faktoren eine wichtige Rolle bei der Zusammenarbeit:

  • Hilfreich ist ein „House style“ des Verlages, der moderne Aspekte der Registererstellung berücksichtigt
  • Änderungen am Seitenumbruch müssen dem Indexer umgehend mitgeteilt werden
  • Art der Wortlisten von Autoren, die für den Indexer nützlich sind
  • Schnelle Beantwortung von Rückfragen des Indexers durch den Autor
  • Berücksichtigung von Hinweisen des Indexers für das finale Layout des Registers
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Last update: 17.3.2008